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Der am häufigsten veröffentlichte Ratgeberaufsatz von Rotraut Hake-Michelmann und Walter Uwe Michelmann (hier nur Abbildungen und Literatur) kann beim Buchverlag L.I.E.S. bestellt werden:
Lesen:
56-fach schnell |
auch zur Entspannung?
Von Rotraut Hake-Michelmann
und Walter Uwe Michelmann

Wer die Zeile liest, auf die der Pfeil zeigt, sieht im
Abstand von 40 Zentimetern scharf die daneben eingekreisten Flächen. Darunter
ist dargestellt, wie die einzelnen Sehflächen auf der Netzhaut abgebildet
werden. Für jede Fixation (für jedes Erblicken, pro Blick) werden physiologisch
150 bis 400 Tausendstel Sekunden Belichtungszeit angegeben). Für gutes
Leselicht - 1.000 Lux - sind 250 Millisekunden, eine Viertelsekunde, eine
realistische Orientierung. Pro Blick ein Wort ergibt vier Wörter pro Sekunde
und 240 Wörter in der Minute. Das Hervorheben, hier durch Unterstreichen
angedeutet, leistet beim Lesen das Vertonen durch das Mitsprechen,
Subvokalisieren genannt (vgl. Abb. 2) Blick für Blick reiht sich Subvokalisation
an Subvokalisation. - Das Schnell-Lesen nutzt die gesamte Blickkapazität in
jeder Viertelsekunde, ohne inneres Mitsprechen.

Mit einem Blick auf den Text werden stets viele Wörter wahrgenommen. Ein Wort nach dem anderen wird geprüft, ob es zu dem paßt, das zuvor gelesen wurde. Dabei entscheidet nicht der Sinn oder Unsinn, den die zwei Wörter miteinander ergeben - sondern ausschließlich, ob sie gut zusammen klingen, ob der Klang bekannt ist, den die Wörter miteinander erzeugen. Damit dieser Klangtest möglich ist, werden die Buchstaben vertont. Das geschieht, indem die Wörter innerlich mitgesprochen (subvokalisiert) werden.
Schneller mit herkömmlichem Lesen wird, wer mehrere Wörter mit einem Blick wie ein einziges Wort (Superzeichen) erfaßt. Ob doppelt, dreifach oder sogar viermal so schnell, also ob statt mit 240 Wörtern pro Minute mit einer Geschwindigkeit von 480, 720 oder 960 Wörtern pro Minute gelesen wird, darüber entscheidet die Subvokalisation - autonom. Dieser Mechanismus kann seine Wirkung nur entfalten, wenn nicht versucht wird, ihn mit dem Willen zu beeinflussen. Wer sich durch Texte hetzt, riskiert, flüchtig zu lesen, und er gefährdet sogar seine Lesefähigkeit. Lesebeschleunigung im Bereich des konventionellen Lesens ist bis hinauf zu 1000 Wörtern pro Minute zu erreichen - am besten autodidaktisch: durch sehr viel zügiges und dennoch sorgfältiges Lesen im vertrauten Fach, wobei sich automatisch diese Superzeichen bilden, als subvokale Einheiten von zwei bis vier Wörtern in den Grenzen des Leseblicks - und zusätzlich durch betonendes Vorlesen, weil das die Lautmechanik pflegt und so rasches, herkömmliches Lesen sichert.
Literatur:
[1] TOFERN, MARTIN:
"Achtung, fertig, lies!"
In: Manager Magazin 2/1991,
Seite 172 - 177[2] MICHELMANN ROTRAUT und
MICHELMANN WALTER-UWE:
Effizient lesen. Wiesbaden 1995[3] McLAUGHLIN, G. H.:
Reading at "impossible" speeds. In: Journal of Reading 12, p.
449 - 510, 1969[4] HABERMANN, GÜNTHER:
Stimme und Sprache. Stuttgart; New York 1986[5]MUMENTHALER, MARCO: Neurologie. Stuttgart;
New York 1990[6] VANECEK, ERICH:
Beurteilung der Güte von Tests, die die Lesefähigkeit
bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen messen.
In: Materialien der Stiftung Lesen zur Leseförderung
und Leseforschung 2, Lesen im internationalen Vergleich.
Mainz 1990[7] MICHELMANN, ROTRAUT und
WALTER-UWE a.a.0.[8] WOOD, EVELYN:
How to Read Faster and Better. NewYork 1981 (vergriffen)[9] GRÜSSER, O.-J. und
Varianzmessungen
GRÜSSER-CORNEHLS, U.: Physiologie des Sehens.
In: Robert F. Schmidt (Hrsg.): Grundriß der Sinnesphysiologie.
Heidelberg 1985
[10] HOGREFE, WERNER: Lesen 56fach schnell?
In: DAV-Informationen; Anwaltsblatt 1/1997, Seiten VIII und XV.
SCHMALE, HUGO: Psychologie der Arbeit. Stuttgart 1983
Im Jahre 2003 leitete ich in Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Gesellschaft "DGfbL e.V." [vgl. www.beruflicheslesen-forum/ergo.htm] an der Universität Hamburg einen Trainingstag mit Graduiertenstudierenden zu dem Thema "Techniken und Strategien beruflichen Lesens". Die Teilnehmenden waren damit einverstanden, daß ihre Lesedaten für ein Projekt des Forschung und Wissenschaft fördernden Vereins "DGfbL e.V." verwendet werden:
Leseübungen (LÜ) der sechs
Studierenden im Filmstudium
der Universität Hamburg. Trainingstag:
Mittwoch, 12. November 2003
Leitung: Diplom-Pädagoge Walter Uwe Michelmann
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wpm: LÜ 1 2 3 4 5 6 7 1) 27y, Filmstudent,
mit kfm. Ausbildung170 125 250 120 105 160 230 2) 28y, Filmstudent,
mit M.A.-Abschluß270 255 220 255 235 270 330 3) 26y, Filmstudent,
nach Studium VWL315 250 195 255 275 285 310 4) 28y, Filmstudent,
als Rechtsassessor245 220 215 185 195 265 330 5) 28y, Filmstudentin,
mit M.A.-Abschluß235 180 180 185 195 240 265 6) 30y, Produktionsleiterin (Film) 240 170 190 195 205 235 270
Die Leseübungen (LÜ) 1 bis 7 und die Testbedingungen:
LÜ 1 - Aufsatz im "Handelsblatt" vom 06.01.2001: "Seiten fressen"
Die 6 Studierenden im Filmstudium der Universität Hamburg befanden sich im letzten Semester ihres Zweitstudiums zur Ausbildung als Filmproduzenten. Ihr besonderes Leseanliegen richtet sich auf Drehbücher und auf im Zusammenhang mit diesen zu erarbeitende Bücher und Schriftstücke.
LÜ 2 - "Vom Mythos der beiden Hirnhälften" | Wirtschaft & Weiterbildung 1/1991
LÜ 3 - Glosse im Rhein-Sieg-Anzeiger vom 15.08.2001: "Namen sind nicht immer Schall und Rauch"
LÜ 4 - Seiten 54 bis 69 in "Turbolesen" (Abschnitte zur Textbild-Methode)
LÜ 5 - Text zur Abb. 5 in "Turbolesen" (Abschnitte zu "Lesen mit System")
LÜ 6 - Seiten 87 bis 93 in "Turbolesen": "Das Schnell-Lesen: Evaluation"
LÜ 7 - Aufsatz im "Kölner Stadt-Anzeiger" 11./12.10.1997: "Die Turbo-Leser"
Alle empfanden sich als "zu langsam lesend".
Jeder erhielt nach vorheriger telefonischer Leseanamnese in mindestens einem einstündigen Beratungsgespräch mit R. Hake-Michelmann und W.-U. Michelmann konkrete Instruktionen, wie es zu erreichen sei, die Übungstexte zügig zu lesen - ohne (gedankliches) Unterstreichen oder Innehalten beim Lesen: es gehe um die Simulation einer ersten Lektüre beruflich zu lesender Texte.
Die Reihenfolge der Leseübungen 1 bis 7 war für alle gleich. Jeder las 'im stillen Kämmerlein' auf 3 Wochen verteilt, beginnend mit LÜ 1 und mit LÜ 7 endend, vor dem von W.U. Michelmann geleiteten Trainingstag an der Universität Hamburg am 12. November 2003. An dem Arbeitstag wurde anhand der LÜ 2 beispielhaft die Leseleistung durch das Herstellen eines Textbildes und anhand dessen die Wiedergabe sowie mit 10 Multiple-Choice-Fragen gemessen. Ergebnis bei den MC-Fragen: 5 mit 50 % und 1 mit 60 %.
Die 6 Studierenden gaben ihr Einverständnis dazu, daß ihre Leseergebnisse einer wissenschaftlichen Auswertung zugeführt werden.